CDS - Clinical Decision Support

Als Erweiterung von hospINDEX stehen medizinische Daten zu „Clinical Decision Support“ (CDS) lizenziert als „hospINDEX Professional“ zur Verfügung. Die Arzneimitteltherapie kann dank CDS optimal den persönlichen Merkmalen der Patienten angepasst werden; Sicherheit und Effizienz der Verschreibung werden erhöht. Die CDS-Daten enthalten Angaben und Berechnungslogiken zu: 

  • Maximalen Einzel- und Tagesdosen bei Erwachsenen
  • Dosierungsanpassungen bei Nieren- und Leberinsuffizienz
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Nahrungsmittelinteraktionen
  • Dopingsubstanzen
  • Weitere Risiken (z.B. Fortgeschrittenes Alter, Führen von Fahrzeugen)

CDS - Das Prinzip

Bei CDS stehen der individuelle Patient und seine Sicherheit im Mittelpunkt. Jedes seiner gesundheitlichen Risiken (oder besondere Lebensumstände), z.B. Penicillin-Allergie oder Schwangerschaft, wird mit einer eindeutigen Nummer identifiziert, dem CCHKey (clinical check key), der als Liste potentieller Risiken im Verordnungssystem hinterlegt ist.

Gleichzeitig sind in den CDS-Daten alle Medikamente ebenfalls mit entsprechenden CCHKeys gekennzeichnet.

Bei der Verschreibung eines Medikamentes werden dann die CCHKeys des Patienten mit den CCHKeys des Medikaments verglichen. Stimmen beide in einem CCHKey überein, so ergibt sich ein Treffer. Dieser wird dem Arzt mit einem Relevanz-Symbol und einer Textmeldung angezeigt.

Mit den produktiven CDS-DATEN arbeiten

Vertragliche Voraussetzungen

Für die Nutzung der CDS-Daten ist die Unterzeichnung eines Vertragszusatzes „hospINDEX Professional“ zum bestehenden hospINDEX-Vertrag erforderlich, in dem spezifische Anforderungen geregelt sind; nach Vertragsabschluss wird die bestehende Zugangskennung für CDS freigeschaltet. Dies gilt auch für Softwarehäuser, welche CDS in ihr Produkt integrieren wollen. Bei Bedarf steht die CDS-Option auch Kunden anderer INDEX-Produkte zur Verfügung.

Der Zugang zu den Daten

Die CDS-Daten bestehen aus drei spezifischen Schemas im INDEX. Die produktiven Daten können daher über die normalen INDEX-Webservices heruntergeladen werden, sobald der Benutzeraccount entsprechend freigeschaltet ist.

Die Dokumentation

Für CDS steht ein eigenes INDEX-Benutzerhandbuch CDS zur Verfügung, welches Anwendungsmöglichkeiten, typische Prozessabläufe und Datenstrukturen erläutert.

Beispielanwendung

Auf compendium.ch ist es Fachpersonen nach der Anmeldung mittels Swiss-Rx-Login möglich, die CDS-Daten zu relevanten Produkten einzusehen.
Zudem ist eine separate Beispielanwendung für weitergehende Tests ebenfalls verfügbar. Die Detailinformationen dazu finden sich im obengenannte Benutzerhandbuch CDS, welches allen Kunden von "hospINDEX Professional" zur Verfügung steht.

Das Datenkonzept CDS in Kürze

Das Schema „CDSCode“ beinhaltet die Gesamtliste möglicher Patientenrisiken, welche bei Patienten zu einem CDS-Ereignis führen können. Diese werden dem Patienten zugewiesen und gegen die Produkte seiner Medikation geprüft.
Beispielsweise kann ein Patient eine „Phenol-Allergie“ aufweisen (CCHKEY 330). Wird dem Patienten ein Medikament verschrieben, so kann über das Schema „CDS“ nach übereinstimmenden CCHKEYs gesucht werden. Ist nun dem verschriebenen Medikament derselbe CCHKEY wie dem Patienten zugewiesen, so bedeutet dies, dass das entsprechende Ereignis bei der Verabreichung des Medikaments wahrscheinlich eintreffen wird. Es muss also ein entsprechender Warnhinweis ausgegeben werden.

Als Beispiel würde die Verabreichung des Produktes „Minalgin Tropfen“ (Produktnummer 10656) zur Warnung „Allergie beachten bei vorliegender Phenol-Allergie“ (Feld „CDS/CDSPRD/PRDCCH/REMD“) führen, sofern beim Patienten der CCHKEY 330 für die „Phenol-Allergie“ hinterlegt ist.

Das Schema „CDS“ enthält ebenfalls Informationen zu Maximaldosierungen (CDS/CDSPRD/PRDDSM). Zurzeit werden 2 Arten von Dosierungen angegeben: „Maximale Tagesdosis“ (DD) und „Maximale Einzeldosis“ (SD). Es wird jeweils eine maximale Menge (CDS/CDSPRD/PRDDSM/MAXQ) und Mengeneinheit (CDS/CDSPRD/PRDDSM/MAXQU) angegeben. Z.B.: 2 Stk. oder 10 ml.
Zusätzlich wird, falls bekannt, die Maximale Wirkstoffmenge (CDS/CDSPRD/PRDDSM/MAXDQ) und Wirkstoffeinheit (CDS/CDSPRD/PRDDSM/MAXDU) angegeben, z.B. 600 mg. Die Menge bezieht sich auf den Wirkstoff, dessen Stoffnummer im Feld (CDS/CDSPRD/PRDDSM/SUBNO) angegeben ist (Menge gegebenenfalls mittels der Daten des Schemas „Product_Substance_Alternative_Quantity“ umrechnen!)

Für das Produkt, welches wir bereits zuvor als Beispiel benutzt haben, finden wir in den Daten eine maximale Einzeldosis von 2 ml, respektive eine Maximale Tagesdosis von 8 ml.

Das Schema „CDSDSP“ enthält ergänzende Informationen zu den einzelnen CDS-Risiken. Dies können beispielsweise Auszüge aus Fachinformationen oder sonstige relevante Informationen sein. Die Verknüpfung erfolgt über das Feld DSPNO („CDS/CDSPRD/PRDDSM/DSMDSP/DSPNO“ respektive „CDSDSP/DSP/DSPNO“).

In unserem Beispiel ist bei der Angabe zur maximalen Tagesdosis zur Produktnummer 10656 die DSPNO 5175 hinterlegt. Beim dort hinterlegten Text handelt es sich um einen Auszug aus der Fachinformation welcher sich auf Dosierungen bezieht. Dieser Auszug kann dem Arzt als weiterführende Information angezeigt werden.

Nebst Allergien sind auch Informationen zu anderen Risikoparameter-Kategorien vorhanden. Folgende Bereiche werden berücksichtigt:

  • Maximale Dosierung: Hier werden die maximalen Dosierungen für ein Medikament angegeben, welche nicht überschritten werden sollten (Tages- und die Einzeldosis)
  • Berechnung der Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz anhand von Q0–Werten und diversen Parametern wie Creatinin-Clearance, Geschlecht, Körpergewicht und Rasse.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Dieses Modul warnt vor Anwendungsrisiken von Medikamenten bei Schwangerschaft und in der Stillzeit. Hierbei ist dann beispielsweise „Schwangerschaft“ ein entsprechendes Patientenmerkmal.
  • Wirkstoff-Allergien und Stoff-Unverträglichkeiten: Im Modul „Allergie“ werden Inhaltsstoffe von Medikamenten überprüft. Gewarnt wird vor allergenen oder pseudoallergenen Reaktionen sowie Kreuzreaktionen. Zudem werden Unverträglichkeiten wie z.B. Fructose-Unverträglichkeit überprüft. Nicht überprüft werden Produkte der besonderen Therapierichtungen (wie z.B. Homöopathika).
    Interaktionen werden neu auch zwischen Medikamenten und Nahrungsmitteln
    angezeigt. Interaktionen zwischen Arzneimitteln werden wie bisher in PRODUCT unter CPTIX geliefert.
  • Medikamente, die beim Leistungssportler im Zusammenhang mit Doping stehen. Hierbei ist dann beispielsweise „Leistungssportler“ ein entsprechendes Patientenmerkmal.
  • Weitere Risiken (z.B. Fortgeschrittenes Alter, Führen von Fahrzeugen)


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